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Intuitiv Essen: so funktioniert es

Intuitives Essen klingt sehr spannend und vielversprechend. Aber was genau steckt hinter der Ernährungsweise, die das komplette Gegenteil einer Diät sein soll?

Was heisst intuitiv Essen?

Intuitiv bedeutet auch „aus dem Bauch heraus“. Gemeint ist also das Bauchgefühl. Der erste Impuls. Wie oft hast du schon gesagt: „ah, das hab ich mir doch gedacht“ aber dich nicht getraut es sofort auszusprechen? Du hast es etwas gespürt, aber dann deiner Intuition nicht recht geglaubt.

 

Es heisst also: Eng in Verbindung mit deinen körperlichen Bedürfnissen zu stehen.

Signale des Körpers wahrzunehmen und darauf vertrauen. Dadurch wird auch dein ganzes Körperbewusstsein geschult.

 

Es gibt keine Regeln, keine Verbote, keinen Ernährungsplan und keine Schuldgefühle.

Was es aber gibt sind sogenannte Prinzipien, nach denen du das intuitive Essen (wieder) lernen kannst.

 

Wieder weil: du hast ein Bauch und du hast Gefühle. Alle diese Prinzipien stecken bereits in dir. Du bist damit zur Welt gekommen. Sie wurden dir nur über die Jahre abtrainiert oder du hast sie dir selber abgewöhnt. Aber dazu wird es einen eigenen Blogpost geben, da es den Rahmen sprengen würde :-)

Welche Vorteile bietet eine intuitive Ernährung?

Der grösste Vorteil aus meiner Sicht ist: es ist keine Diät. Somit kannst du diese Prinzipien dein Leben lang anwenden. Und wenn du Kinder hast kannst du ihnen ebenfalls ein entspanntes Verhalten zum Essen mit auf den Weg geben.

 

Darüber hinaus bietet aber die intuitive Ernährung, die mit über 100 Studien belegt wurde, noch weitere Vorteile:

  • Es steigert dein Selbstbewusstsein - du lernst dich und deinen Körper neu kennen und gewinnst deshalb an Sicherheit was deine Person und deine Gefühle anbelangt
  • Es verbessert dein Körperbild - Bodyshaming war gestern. Du lernst deinen Körper für anstatt gegen dich zu nutzen
  • Es erhöht dein Wohlbefinden - weil du nicht ständig auf der Suche nach etwas im Aussen bist
  • Die positive Auswirkung auf deine psychische Gesundheit wird sich auch auf andere Lebensbereiche ausweiten
  • Die Rate an Essstörungen wird signifikant gesenkt - Diäten und der individuelle psychische Zustand fördern hingegen Essstörungen
  • Es trägt zu einem normalen Cholesterinspiegel bei
  • Niedrige Triglyceridwerte - trägt unter anderem zu gesunden Blutgefässen bei

Jetzt bist du erst recht gespannt, wie intuitives Essen funktioniert, stimmt’s?

Lass uns deshalb direkt zum ersten Punkt rüber gehen. 

Folge deinem natürlichen Hunger- & Sättigungsgefühl

Eines vorweg: Essen ist ein Grundbedürfnis.

Und wenn du aus Diäten eins gelernt hast, dann ist es vermutlich, dass du nur begrenzt, zu bestimmten Zeiten oder bestimmte Lebensmittel essen sollst.

 

Und das wiederum hat nichts mit deinem intuitiven Hunger- & Sättigungsgefühl zu tun, oder?

 

Sehr oft, also etwa 90% meiner Kundinnen sagen, dass sie entweder kein Hunger- und/oder kein Sättigungsgefühl verspüren. Ich finde diese Zahl wirklich erschreckend.

 

Es ist also ganz simpel:

Verspürst du Hunger, isst du. 

Verspürst du ein Sättigungsgefühl, hörst du auf zu essen.

 

Doch was so simpel klingt braucht ein wenig Übung. Vor allem dann, wenn du verlernt hast wie sich diese beiden Gefühle anfühlen. Ich kann dir aber versichern, dass es nicht unmöglich ist und mit der richtigen Strategie auch nicht lange dauert.

 

Auch hier darfst du für dich reflektieren wo in deinem Leben du verlernt hast oder konditioniert wurdest, nicht mehr auf dein Gefühl zu hören. Denn, dein aktuelles Mindset trägt wesentlich dazu bei, wie du dich fühlst und warum es mit deiner Wunschfigur bisher noch nicht geklappt hat.

 

Bestimmt kennst du den Kreislauf dazu: 

Deine Gedanken beeinflussen deine Gefühle. Deine Gefühle wiederum deine Handlungen. Und deine Handlungen die Ergebnisse.

 

Das bringt uns auch direkt zum nächsten Punkt.

Baue ein entspanntes Verhältnis zum Essen auf

Je mehr du dir bewusst oder unbewusst verbietest, desto stärker wird das Verlangen. Dies nennt man auch Gegenregulationseffekt. Auch verbotene Lebensmittel rufen schlechte Gefühle in dir hervor und führen zu Schuldgefühlen. Automatisch verknüpfst du beim Verzehr von „schlechten“ Lebensmitteln das du deshalb auch schlecht bist. Ein Teufelskreis.

 

Ein entspanntes Verhältnis zum Essen hast du, wenn du

  • Essen weder kategorisierst in „gut“ und „schlecht“
  • Keinen Essenswettkampf führst, weil du weisst das immer genug da ist
  • Auch in der Öffentlichkeit entspannt essen kannst
  • Nicht unterscheidest ob du Zuhause bist oder draussen - alla draussen hui, drinnen pfui
  • Nicht für Hungerzeiten essen musst. „Iss deinen Teller leer“ ist in unserer Generation zum Glück längst vorbei - aber du darfst den Glaubenssatz deiner Vorfahren auch gerne noch loslassen.
  • Kein „nur noch heute, morgen ist wieder Schluss damit“ mehr kennst
  • Dir klar darüber bist, dass es nie an deiner Disziplin lag
  • Das isst, was dich befriedigt und dir schmeckt
  • Ohne Regeln und/oder Kalorien zählen auskommst

Wie sehr kannst du dein Essen geniessen?

Wenn du diätgeprägt bist wird es dir eher schwer fallen, dich fürs Essen zu begeistern. Aber auch wenn du ständig auf zack bist ist Essen wohl ein weiterer Stressfaktor für dich.

 

Zwei weitere Punkte also, die den Zufriedenheitsfaktor beim Essen stören und dich vom intuitiven Essen ablenken.

Emotionales Essen erkennen & auflösen

Essen ist nicht die Ursache - es ist lediglich eine Symptombekämpfung

Man geht davon aus, dass in der EU etwa 60%-70% der Menschen von emotionalem Essen betroffen sind. Doch was heisst genau emotionales Essen?

 

Gemeint ist damit, dass gegessen wird nicht weil der Körper Nahrung braucht, sondern die Seele.

Das Stückchen Schokolade für den Glücksrausch. Die Gummibärchen zum trösten. Oder die Chips vor dem Fernseher aus Langeweile.

 

Emotionales Essen passiert erst mal unbewusst. Das ist auch der Grund, warum du dich undiszipliniert oder unfähig fühlst wenn du Diäten nicht lange durchhältst oder dein Gewicht nicht halten kannst.

 

Emotionales Essen kann viele Auslöser haben. Zum Beispiel: Wut, Ärger, Stress, Scham, Druck, Frust, fehlende Liebe etc. 

Was klar ist: damit (r)unterdrückst du ein Gefühl.

 

Essen hat in diesem Moment nicht das natürliche Bedürfnis den Körper zu nähren, sondern wird als Bewältigungsstrategie eingesetzt. Im ersten Moment führt das Essen oft zur Erleichterung. Es gibt uns Sicherheit und Schutz. Das ist die Überlebensstrategie. Deshalb greifen wir auch immer wieder darauf zurück.

 

Es geht also erst mal darum herauszufinden welches wirkliche Bedürfnis dahinter steckt. Und welche Glaubenssätze in dir verankert sind.

Lerne deinen Körper schätzen und respektieren

Anstatt seinen Körper zu schätzen ist es fast normal geworden unzufrieden mit sich zu sein.

Damit sind auch viele Versprechungen geknüpft z.B.: „erst wenn ich X wiege fühle ich mich wohl und kann ein Bikini anziehen“. Und wenn du dein Ziel dann nicht erreichst, fühlst du dich leer und untauglich.

 

Auch das ständige Vergleichen löst einen Druck aus. So lange du dich vergleichst wirst du dich nie gut genug fühlen.

 

Dabei leistet dein Körper jeden Tag Höchstleitung. Dein Herz pumpt pro Minute etwa 5 Liter Blut durch dich. Deine Nieren filtern das Blut (etwa 1500 Liter) und transportieren Abfallstoffe ab. Ohne deine Muskulatur könntest du dich nicht bewegen. Ohne deinen Po könntest du weder aufrecht stehen noch sitzen. Ohne Füsse nicht laufen. Ohne Augen nichts sehen und ohne Geschmacksnerven nichts schmecken.

 

Du musst deinen Körper nicht lieben, um ihn zu respektieren und mit Würde zu behandeln

 

Wenn du deinem Körper mehr wirkliche Beachtung schenkst, was seine Bedürfnisse sind und welche Zeichen und Signale er dir sendet wirst du dich immer mehr selber annehmen können. Du und dein Körper sind einzigartig. Es gibt keine Person die so ist wie du und den gleichen Körper hat.

Bewegung und Lebensmittel die dir helfen dich wohl zu fühlen

„Wer rastet der rostet“

Das Bewegung gut tut und wichtig ist, dass hörst du hier nicht zum ersten mal. Aber auch der beste Spruch nützt nichts, wenn du ihn nicht hinterfragst. Hinterfragst, was er für dich bedeutet.

 

Leider viel zu oft stelle ich fest, dass irgendeinem Trend hinterher gejagt wird oder ein Fitnessabo gelöst wird, weil das macht „man“ halt so, um… Ja, um was eigentlich?

 

..dazu zu gehören?

..so fit zu werden, wie die unmuskulöseste Hausfrau, die sich auf dem Stepper abquält?

..abzunehmen, weil mit joggen angeblich die meisten Kalorien verbrennt werden?

 

Lass mich raten, wie du dich dabei oder spätestens danach fühlst: schlecht bis miserabel.

 

Wie wäre es denn, den Spiess umzudrehen. Weg von Kalorien und oder müssen. Hin zu „was macht mir eigentlich Spass“. Plötzlich entsteht eine ganz andere Energie. Probier dich aus. Auch wenn du 10 oder 20 Dinge ausprobierst. Ich bin sicher, auch du findest etwas, dass dir Spass macht.

 

Da fallen mir übrigens gerade wieder die Worte einer ehemaligen Kundin ein: „ich habe mich jetzt zum Boxen angemeldet. Ich hätte mich das vorher nie getraut.“ Auch Sie hat sich wortwörtlich ins Fitnessstudio geschleppt.

 

 

Genau so anstrengend wird das Thema Lebensmittel und Ernährung behandelt. Wir alle Wissen, welche Lebensmittel gesund und welche ungesund sind (sorry für die Kategorisierung, aber solange du noch keine intuitive Esserin bist, denkst du in diesen Schubladen).

 

Was klar ist: die Dosis macht den Unterschied. Aus psychologischen Gründen macht es null Sinn, wenn du dir Lebensmittel verbietest oder im schlimmsten Fall eine Diät machst. 

Denn damit produzierst du dir selber Stress, was wiederum das Hormon Cortisol ausschüttet und das führt dazu, dass du ein Verlangen nach dem Glücksrausch - dem Stressminderer hast.

 

Die Lebensmittelauswahl sowie das essen selber sollen dir Freude bereiten. Primär geht es um den Genuss. Diese Wirkung der emotionalen Erlebnisse hat den grösseren Einfluss auf die Gesundheit, als das was wir essen.

Fazit:

Durch das intuitive Essen wirst du keine perfekte Esserin. Aber du lernst deinen Körper und deine Bedürfnisse besser kennen, deine Gesundheit schätzen und bekommt ein Stück Freiheit zurück.

♡-Sandra

Holistic Body Coach

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